Temporäre Stadt an besonderen Orten – Duisburg

 
"Demo für Baukultur" in Duisburg   «zurück»       Raus in die Stadt!
       

 

   

Realisierung In Duisburg hatten sich die Studentinnen der Fakultät Raumplanung der TU Dortmund, Anna Lerch und Mavie Lakenbrink, mit ihrer Idee "Wetterumschwung in Duisburg – Neues Klima in der Innenstadt" durchgesetzt. Mit der Einrichtung einer von Fußgängern, Rad- und Autofahrern gleichberechtigt genutzten Fläche ('Shared Space') im Verkehrsbereich zwischen Post-, Schwanenstraße und Steinsche Gasse wollten sie eine Verbindung zwischen Innenhafen und Innenstadt schaffen.

Die Realisierung war fürr den 23. bis 26. September 2010 geplant, musste aber aufgrund verkehrsrechtlicher Bedenken kurzfristig abgesagt werden. Den "Wetterumschwung" haben die Projektpartner nun durch eine abendliche Aktion am 22. September 2010 hervorgerufen. Beim Gang von der Innenstadt zum Innenhafen und rund um die extra eingerichteten Speaker’s Corner wurde unter dem Motto "Raus in die Stadt! Auf die Straße für eine lebendige Stadtkultur" für internationale Beziehungen in der Kultur und für Baukultur Position bezogen.

Symposium Kulturhauptstädte Europas 2010: Ruhrgebiet – Istanbul – Pécs // Kann eine temporäre architektonische Intervention im öffentlichen Raum Impulsgeber sein für städtebauliche Visionen? Welchen Stellenwert hat Temporäre Architektur in der aktuellen Diskussion und der heutigen Planungspraxis – auch im Gegensatz zu bereits bestehender Architektur? Was kann Temporäres in der Stadtentwicklung heute leisten? Welchen Stellenwert haben die Nutzergruppen mit ihren unterschiedlichen Ansprüchen und kulturellen Hintergründen? Wie lässt sich ein temporärer Eingriff als Initialzündung für eine Aktivierung und Umgestaltung eines städtischen Raumes nutzen? Was ist der Mehrwert von Temporärem? Fragen, die von den Referenten während des Symposiums am 31. Oktober 2008 im Gelsenkirchener stadtbauraum diskutiert und den teilnehmenden Studenten als Aufgabenstellung mitgegeben wurden.

Temporäres ist auf kommunaler Ebene bisher kaum vorgesehen. Dabei kann ein zeitlich begrenzter Eingriff in den öffentlichen Raum Impuls gebend sein für die Initiierung neuer städtebaulicher Qualitäten im öffentlichen Raum. Der sich in einem ständigen Veränderungsprozess befindende gebaute Stadtraum verändert seine bestehende Bausubstanz im Zuge von zwei bis drei Generationen immer wieder. Einen Gegensatz von temporärer zu bestehender Architektur gibt nicht, beides kann nebeneinander bestehen. Temporäre Architektur wird vorhandene nicht verdrängen, sondern punktuell ergänzen und Dynamik in die Wandlungsprozesse von Stadtbauraum bringen, in zeitgemäße, sich verändernde Nutzungsansprüche der Stadträume.
Was kann am Ende der Auseinandersetzung um einen Eingriff in den öffentlichen Raum der Duisburger Innenstadt stehen? Der studentische Wettbewerb und seine Ergebnisse konnten auch den von Foster & Partners entwickelten Masterplan für die Stadt Duisburg in Frage stellen. Denn ein Masterplan entwirft ein langfristiges Bild, das Temporäre macht prägnante Aussagen zum aktuellen Zustand und hat den Anspruch, Impulse zur Korrektur der langfristigen Planung zu geben. Die Installation von temporärer Architektur im öffentlichen Raum soll Menschen zum nachdenken anregen, zum agieren und reagieren und einen Diskurs in Gang setzen, der am Ende auch ergebnisoffen sein kann.

Städtebauliches Symposium am 31. Oktober 2008 im stadtbauraum, Gelsenkirchen, mit Prof. Christa Reicher, TU Dortmund, Prof. Karl-Heinz Petzinka, Künstlerischer Direktor RUHR.2010, Assoc. Prof. Dr. Mona El-Khafif, California College of the Arts, San Francisco, Prof. Bernd Borghoff, Universität Siegen, Prof. Dr. Ihsan Bilgin, Bilgi University, Istanbul, Dr. Elke Ritt, British Council, Berlin, Prof. Dr. Bálint Bachman, Universität Pécs, Jan Kampshoff und Marc Günnewig, modulor beat, Münster, Prof. Uli Exner, Universität Siegen, Kurt Smetana, Quartiersmanagement Ottakring, Wien, Ömer Kanipak, Istanbul 2010, Andrea Knobloch, Künstlerin, Düsseldorf, Prof. Andreas Kaiser, Künstler, Fachhochschule Mainz, Christoph Hölters, Stadtentwicklung Duisburg, Susanne Titz, Museum Abteiberg, Mönchengladbach, Tamás Szalay, Pécs 2010, Assoc. Prof. Dr. Zeynep Enlil, Yildiz University, Istanbul, Prof. Andreas Fritzen, Hochschule Bochum, Ulrike Rose, StadtBauKultur NRW und Katja Aßmann, StadtBauKultur NRW/RUHR.2010 moderiert von Josip Sosic, Pressesprecher Stadt Duisburg.

Themenstellung des tri-nationalen studentischen Wettbewerbs Anbindung des Duisburger Binnenhafens an die Innenstadt // Im Jahr 2010 wird das Areal Duisburg, die drittgrößte Stadt des Ruhrgebiets mit knapp 500.000 Einwohnern und dem größten Binnenhafen Europas, „Hafen der Kulturhauptstadt“ RUHR.2010 sein. Die seit Jahrhunderten vielfältigen Wechselbeziehungen von Hafen und Stadt waren mit Blick auf die historische Innenstadt und den nördlich angrenzenden Hafen Thema der dritten Staffel der Projektreihe „Temporäre Stadt an besonderen Orten“. Beide Stadträume sind Teil des vom britischen Architekturbüro Foster & Partners erarbeiteten Masterplan für die Duisburger Innenstadt. Mit der Umnutzung und Entwicklung des Duisburger Innenhafens zu einem innovativen Stadtraum, dessen Strahlkraft weit über Grenzen Duisburgs hinausreicht, sollen die historische Innenstadt und der Binnenhafen nach und nach zusammenwachsen. Es bedarf allerdings neuer Verknüpfungspunkte, neuer Wege und Gestaltungen, um den Binnenhafen zu einem integrierten Bestandteil der Innenstadt Duisburgs werden zu lassen. Im Rahmen des tri-nationalen studentischen Wettbewerbs sollten Lösungen entwickelt werden, die unter besonderer Berücksichtigung des öffentlichen Raumes um Rathaus und Salvatorkirche eine Verbindung von Binnenhafen und Altstadt auf zeitgemäße Art angehen.

Die historische Innenstadt Duisburgs ist trotz fußläufiger Nähe zum Innenhafen getrennt durch einen vom Autoverkehr bestimmten Verkehrsraum. Diesen für die Fußgänger zurück zu erobern und den Blick auf den Burgplatz zu öffnen, im Kontext des städtebaulichen Gesamtkonzeptes, ist das Ziel des Wettbewerbs. Für die temporäre Realisierung dieses Studentenwettbewerbs wählte die international besetzte Jury aus den Einreichungen der sechs teilnehmenden Hochschulen aus Nordrhein-Westfalen, Istanbul und Pécs den Beitrag der beiden Studierenden der TU Dortmund, Fakultät Raumplanung, Anna Lerch und Mavie Lakenbrink, mit dem Titel "Wetterumschwung in Duisburg - neues Klima in der Innenstadt". Aus einer „Shared-Space-Lösung“, die eine Erweiterung der Fußgängerzone mit Aufenthaltsqualitäten vorsieht, werden mögliche gestalterische Veränderungen des Verkehrsraumes an dieser Stelle überprüft, die Diskussion darüber in die konkrete Stadtplanung Duisburgs übergehen.

 

 
Interview Anna Lerch und Mavie Lakenbrink
 
Symposium & Workshop