SEHSTATION

SEHSTATION

Ort
Städte in Nordrhein-Westfalen
Laufzeit
2008 ff.
Info
» www.sehenlernen.nrw.de

 
    «zurück»       Aufbau der SEHSTATION im Stadtgarten, Essen
           

Die SEHSTATION war der populärste Baustein der Kampagne SEHEN LERNEN. In den Jahren 2008, 2009 und 2010 war sie in dreizehn Innenstädten Nordrhein-Westfalens für jeweils drei bis vier Wochen in den Sommer­monaten stationiert. Die SEHSTATION, selbst ein Beispiel guter temporärer Architektur (Material, Farbe, Licht, Form, Struktur, Nachhaltigkeit etc.), fungierte in diesem Zusammenhang als „Menschenfänger“ und gab Anlass zur Auseinandersetzung mit ihrer Architektur sowie ihrem unmittelbaren Umfeld. Licht- und luftdurchlässig umgab die große, begehbare Installation aus Holz mit ihrer Lamellenstruktur den Besucher, lenkte den Blick auf den umgebenden Stadtraum. Die Stadtbewohner hatten über ein breites und zugleich vertiefendes Begleitprogramm die Möglichkeit, Facetten und Qualitäten von Baukultur vor Ort zu erfahren. Das Interesse und Engagement vieler freiwilliger Akteure aus Verwaltung, Politik, Gestaltungsbeirat, Kulturinstitutionen, Bund Deutscher Architekten, Hochschule und freier Wirtschaft war in allen dreizehn Städten beeindruckend. Somit standen vor Ort unzählige Akteure als Vermittler im Sinne der Baukultur bereit. Daraus ergaben sich zahlreiche Anlässe, die lokalen Bedingungen für und die Qualität von Projekten, den Umgang mit historischen Bauten oder die stadträumlichen Situationen an sich – untereinander und mit Laien – offen zu diskutieren. Nicht die eine oder andere Meinung, sondern das Zwiegespräch, die Diskussion oder gar der Streit über eine konkrete räumliche Situation, ein „brennendes“ baukulturelles Thema in der eigenen Stadt eigneten sich hervorragend, um Baukultur und Qualitäten „sehen zu lernen“.

HÖRBARES
In den neun Städten kamen in HÖRCOLLAGEN (Nicolette Baumeister, München) Bürger und Fachleute aus der Stadt mit ihrer Sicht auf den Ort zu Wort, gespickt mit Zitaten von bekannten Philosophen, Soziologen, Journalisten und Stadtplanern zur Wahrnehmung von Stadt. Im letzten Kampagnen-Jahr haben Schriftsteller einen Blick auf die Stadt und ihr individuelles Thema geworfen.

FENSTER
An zehn ausgewählten weiteren Orten in der Stadt verweisen überdimensionale farbige FENSTER in Laufnähe zur SEHSTATION auf unterschiedliche Stadtqualitäten und Atmosphären. Die FENSTER geben in Ergänzung zur SEHSTATION Anregungen, sich mit dem gewählten Thema sowie seiner alltäglichen Umgebung auseinanderzusetzen: Der „Blick durch das Fenster“ bleibt variabel, je nach Standort und Blickwinkel des Betrachters.

BEGLEITPROGRAMM
Zahlreiche Aktionen aus der Stadt bieten den Bewohnern die Möglichkeit zum Austausch mit den Fachleuten und Mitbewohnern. Gemeinsame Stadtspaziergänge, themen- oder projektbezogene Führungen, Bildvorträge und Gespräche, von den zahlreichen engagierten Akteuren aus dem Bereich des Planens, Bauens und Vermitteln der Städte organisiert, machen die ca. dreiwöchige Standzeit der SEHSTATION vor Ort abwechslungsreich und informativ – kostenlos und für jeden Interessierten.

ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
Begleitet wird die Tour der SEHSTATION durch kostenlose Broschüren und Faltblätter, die tiefer ins Detail gehen. Sie sind einfach und leicht verständlich geschrieben sowie anschaulich bebildert. Sie enthalten die Hintergrundinformation zur Kampagne, zu den Standorten von SEHSTATION und FENSTERN sowie einem Kalender für das Begleitprogramm. Die Broschüre liegt in einer hohen Auflage an der SEHSTATION aus, die Faltblätter werden in der Stadt flächendeckend in Cafés und kulturellen Instituten verteilt. Die Presse wird regelmäßig zu den Eröffnungen und zu den Aktionen eingeladen sowie fortlaufend informiert.

THEMENSCHWERPUNKTE
Thematisch widmet sich die Kampagne in jeder Stadt einem spezifischen Themenschwerpunkt.
Folgenden Themenschwerpunkten hat sich StadtBauKultur NRW bisher gewidmet:

2008

Münster Alltagsorte der Stadt
06. August 2008
Duisburg Plätze
02. September 2008
Essen Stadtgärten und Parks
25. September 2008
Aachen Campus und Innenstadt
13. Oktober 2008

2009

Oberhausen Parkstadt Oberhausen
04. Juni 2008
Siegen Stadt mit Niveaus                            
27. Juni 2009
Lemgo Stadt weiterbauen
17. Juli 2009
Bonn Spielraum Stadt
13. August 2009
Düsseldorf Lebensqualität in der Innenstadt
12. September 2009

2010

Rheda-Wiedenbrück Zusammenwachsende Stadt
30. April 2010
Dortmund Boulevard Kampstraße
05. Juni 2010
Bielefeld Öffentlicher Raum als Projekt
30. Juni 2010
Köln Baukultur in Köln
24. September 2010


KAMPAGNEN-TEAM

Konzeption und Organisation
Landesinitiative StadtBauKultur NRW, Gelsenkirchen
Geschäftstelle Europäisches Haus der Stadtkultur

Ulrike Rose, Konzeption Kampagne SEHEN LERNEN
Andrea Lietz, Projektleitung SEHSTATION
Anne Kraft, Weiterentwicklung BAUKULTUR ABC
Annette Wolter, Grafik Broschüren, Internet
Sabine Junker, Pressearbeit

Entwurfsteam SEHSTATION + FENSTER
Andy Brauneis, Architekt BDA, Augsburg
Nicolette Baumeister, Kommunikationsmodule, München
Christian Schüller, Ingenieur, Gersthofen

Kooperationspartner
Die Kommunen, in der Regel vertreten durch den jeweiligen Stadtbaurat und Team, und seit 2010 mit Unterstützung des städtischen Amtes für Kultur und Schule | ILS-Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung gGmbH, Magdalena Leyser-Droste | LWL-Amt für Landschafts- und Baukultur, Münster (bis 2009), Darius Djahanschah