Ich sehe was, was du nicht siehst

Kampagne SEHEN LERNEN

Laufzeit
2007 ff.
Info
» www.sehenlernen.nrw.de

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Ziel der Kampagne SEHEN LERNEN ist die Öffentlichkeit für ihre gebaute Umwelt sensibilisieren, einen gedanklichen Austausch anregen und für qualitätvollen Städtebau zu werben. Mit SEHEN LERNEN ist keine visuelle Geschmacksbildung gemeint. Vielmehr möchte StadtBauKultur NRW übermitteln, wie sehr sich gebaute Qualität auf die eigene Lebensqualität auswirkt. Und das Baukultur ein Zugewinn für alle bedeutet.
Zu einem gelungenen Gebäude oder Stadtraum gehört weit mehr als sein Äußeres. Stadt wird nicht nur mit den Augen, sondern mit allen Sinnen wahrgenommen. Neben der Gestaltung eines Platzes ist seine Nutzung mindestens genauso wichtig. Beispiel: unsere Wochenmärkte. Die einen Ort umgebenden Gebäude, deren Nutzung, ob Café oder Kirche oder Universität, die akustische Belastung durch den Verkehr auf den Straßen spielen neben Stadtmobiliar aus einladendem Material, an den richtigen Stellen positioniert, eine große Rolle, ob und wann ein städtischer Ort von seinen Bewohnern angenommen wird.
SEHEN LERNEN ist ein Aufruf an die Öffentlichkeit, sich mit der gebauten Umwelt auseinander zu setzen. Die Kampagne besteht aus zwei Bausteinen: dem digitalen BAUKULTUR ABC und der SEHSTATION, die in ausgewählte Städten des Landes NRW reist.
Das BAUKULTUR ABC ist der erste Baustein der Kampagne SEHEN LERNEN. Der Blick wird auf die Vielzahl der von Stadtplanern, Architekten und Designern gestalteten Orte, Häuser, Plätze und Landschaften in unseren Städten gerichtet. Das ABC visualisiert wie ein thematischer Bilderbogen in erster Linie die gebaute Umwelt ohne Wertung.
Das BAUKULTUR ABC ist der erste Schritt zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die gebaute Umwelt. Das Ziel ist ein so genanntes „Aha-Erlebnis“ der Nutzer, was alles in der unmittelbaren Umwelt von Menschen gestaltet wird. Beispielsweise, dass ein Park nicht nur aus gestaltetem Grün besteht sondern dass auch Parkbänke, Kinderspielplätze, Papierkörbe, Wegeleitsystemen und Beleuchtung prägende Gestaltungselemente sind. Oder dass Plätze mehr sind als ihre Form und ihre Pflasterung, nämlich dass es funktionierendes Stadtmobiliar an den richtigen Stellen bedarf, dass die umgebenden Gebäude und Straßen eine große Rolle spielen und ob der Platz auch von den Bürgern angenommen wird.
Aufbauend auf dem BAUKULTUR ABC geht die Kampagne einen Schritt weiter. Es soll erlebbar und erfahrbar gemacht werden, welche Verfahren, Kriterien und Leitlinien für gute Gestaltung notwendig sind, mit dem Ziel, das Gelernte in der eigenen Umwelt selbst anwenden zu können.
Die SEHSTATION bildete den zweiten Baustein der Kampagne SEHEN LERNEN. Sie ist eine temporäre Architektur, die mit einem didaktischen Konzept hinterlegt ist und durch Fachpersonal betreut werden. Sie zieht viel öffentliche Aufmerksamkeit auf sich, richtet den Blick auf Gelungenes und Misslungenes und liefert möglichst plausible Erklärungen dafür.
Ziel der Kampagne ist es, die Öffentlichkeit stärker für die Belange der Baukultur zu interessieren, langfristig mehr Qualität im Planen und Bauen zu erreichen und die Städte Nordrhein-Westfalens für den internationalen Wettbewerb in Zeiten des demographischen und strukturellen Wandels zu stärken.
Der Bürger soll den direkten Zusammenhang zwischen der Gestaltung seiner Umwelt und seinem persönlichen Wohlergehen erfahren und langfristig mehr Qualität von seiner gebauten Umwelt einfordern und persönlich umsetzen können.
Dabei soll der menschliche Maßstab und das Thema Schönheit stets berücksichtigt werden.
Die Kampagne SEHEN LERNEN ist auf drei Jahre angelegt und endete im Herbst 2010.