Baukultur Salon Rotterdam

Ort
stadtbauraum (Gelsenkirchen)
Laufzeit
16. August 2007

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RÜCKBLICK Rotterdam 2001 – Architektur und Inszenierung von Stadt als nachhaltige Strategie? Der Baukultur Salon ist eröffnet und wird bis zum Jahr 2010 die Baukultur in der Kulturhauptstadt RUHR.2010 begleiten.
Die Auftaktveranstaltung bot mit unterhaltendem Programm auf hohem fachlichem Niveau einen gelungenen Einstieg in die Veranstaltungsreihe. Der Impulsvortrag des Intendanten der Kulturhauptstadt Rotterdam 2001 bezog sich auf das Baukulturprogramm und das viel versprechende Kulturhauptstadt-Motto „Rotterdam ist viele Städte“. Der Soziologe und Historiker Bert van Meggelen nutzte den Roman „Die unsichtbaren Städte“ von Italo Calvino als Inspirationsquelle für sein Programm, darunter u.a. die Projektidee „At home in Rotterdam“. Die Kulturhauptstadtbesucher konnten 40 Wohnungen aus unterschiedlichen Jahrzehnten, über die Stadt verteilt, besuchen und ganz nebenbei die dazugehörigen Stadtteile kennenlernen.
Yolanda Ezendam zeichnete für dieses Projekt in 2001 verantwortlich und leitet heute das „Jahr der Architektur – Rotterdam 2007“. Dieses Festival reiht sich in eine ganze Reihe von Themenjahren ein, die seit der Kulturhauptstadt Rotterdam 2001 regelmäßig durchgeführt werden. So wird die Stadt nicht neu gebaut, nur neu inszeniert und nachhaltig ins Bewusstsein gerufen. Die Nachhaltigkeit beschäftigt auch Agnes Wijers vom NAi, die eindrücklich schilderte, dass es vieler Initiativen, Vereine und Institutionen bedarf, um nach der großen kulturellen Anstrengung im Kulturhauptstadtjahr, das geschaffene kreative Klima zu erhalten. Das konnte Oliver Thill, Atelier Kempe Thill, nur bestätigen. Er lebt und arbeitet als deutscher Architekt in Rotterdam, nachdem er sich vor fast sieben Jahren als Europan-Preisträger dort selbstständig gemacht hat. Er definierte das Geheimrezept Rotterdams wie folgt: niedrige Mietpreise in einer Arbeiterstadt, ein guter Ruf in der internationalen Architekturszene und ein großer Drang der Niederländer zur Geselligkeit. Das zusammen genommen ziehe eine junge Kreativszene an. Den Brückenschlag ins Ruhrgebiet lieferte Thorsten Schauz, der in 2001 in Rotterdam studierte und mittlerweile im Revier lebt und arbeitet. Seine Projektidee „Route der Wohnkultur“ ist inspiriert vom Rotterdamer Projekt „At home in Rotterdam“, das er live erleben konnte. Einfach zu übertragen ist die Idee jedoch nicht, das RUHR.2010-Gebiet umfasst gleich 53 Kommunen. Ein niederländischer Ratschlag zum Projekt: Schon der Weg von einer Wohnung zur nächsten muss theatralisch inszeniert sein. Der Kulturhauptstadt RUHR.2010 wurde insgesamt der Rat mit auf den Weg gegeben: Die Herausforderung und große Chance liegt in der regionalen Dimension und dem Metropolen-Anspruch. Zum Abschied bekam Bert van Meggelen noch einen Lesetipp, Erik Regers „Union der festen Hand“, ein unvergleichliches Stück Ruhrgebiets-Literatur aus den 1930er Jahren, das heute immer noch seine Gültigkeit besitzt und den Kulturhauptstadtmachern im Revier eine Inspirationsquelle sein könnte.

 

PROGRAMM

Vortrag und Diskussion mit:
Bert van Meggelen, Intendant der Kulturhauptstadt Rotterdam 2001, Berater RUHR.2010
Agnes Wijers, Netherlands Architecture Institute, NAi Rotterdam
Yolanda Ezendam, Jahr der Architektur Rotterdam 2007, Projektleitung Rotterdam 2001
Oliver Thill, Atelier Kempe
Till Architekten, Rotterdam
Thorsten Schauz, stadtidee, Projektautor Route der Wohnkultur

Moderation:
Katja Aßmann, StadtBauKultur NRW / Ruhr.2010

Filmpräsentation zum Jahr der Architektur 2007 bei Live-Musik und typisch holländischen Leckereien